Powerscourt Estate – ein kleines Paradies vor den Toren von Dublin

© Powerscourt Estate

© Powerscourt Estate

National Geographic wählte die Gärten des Powerscourt Estate, das etwa 20 km südlich der irischen Hauptstadt Dublin gelegen ist, auf Platz 3 der schönsten Gärten weltweit. (Platz 1 auf der Liste ging übrigens an die überwältigenden Gärten des Schlosses von Versailles!)

Ich habe Powerscourt zum ersten Mal bereits im Jahr 2007 zusammen mit einem guten Freund besucht, als ich mein Praktikum in Dublin absolviert habe. Wir hatten damals großes Glück mit dem Wetter und erwischten einen Tag voll strahlendem Sonnenschein, der diesen Tag im Juli für mich unvergesslich machte. Sogar so unvergesslich, dass ich bei meiner letzten Reise nach Irland im Sommer 2012 das traumhafte Anwesen erneut besuchen musste.

Powerscourt Estate – das Anwesen

Powerscourt Estate liegt in der Nähe der kleinen Ortschaft Enniskerry im County Wicklow, etwa 20 km südlich der Hauptstadt Dublin. Der Bau des Anwesens wurde 1730 vom ersten Viscount Powerscourt in Auftrag gegeben, der seine neu gewonnene Position in der irischen Gesellschaft auf eindrucksvolle Weise untermauern wollte. 1741 war Powerscourt Estate fertiggestellt, jedoch folgten im 19. Jahrhundert noch einige Erweiterungen und Adaptierungen.

Ein tragisches Kapitel findet sich ebenfalls in der Geschichte des Anwesens: Im Jahr 1974 brach im November ein Brand im obersten Stockwerk aus, bei dem der Haupttrakt des Gebäudes vollkommen ausbrannte und das Dach zerstört wurde. Nach einer langjährigen Restaurierung öffnete Powerscourt Estate schließlich 1997 erneut seine Pforten.

Powerscourt Anwesen, nördliche Ansicht © Powerscourt Estate

Powerscourt Anwesen, nördliche Ansicht © Powerscourt Estate

Heute sind im Gebäude ein Museum, ein Café und ein Shop des irischen Familienunternehmens Avoca untergebracht. Avoca war ursprünglich eine Wollmanufaktur im County Wicklow, mittlerweile umfasst das Sortiment jedoch neben Strickwaren auch Feinkost und Wohnaccessoires. Ein super Tipp für hübsche Geschenke mit typisch irischem Flair! Ich habe mir damals einen superkuscheligen Wollschal und eine Mütze gegönnt 🙂

Powerscourt Gardens

Wie zu Beginn erwähnt, wurden die Gärten von National Geographic in die Liste der schönsten Gärten der Welt aufgenommen. Wer die Möglichkeit hat, dieses Paradies selbst zu entdecken, sollte sich diese Gelegenheit also keinesfalls entgehen lassen!

Chefgärtner Michael Byrne und sein Team haben hier tatsächlich alle Hände voll zu tun – immerhin sprechen wir von einer Grundfläche von 190.000 m²! Zu den Schmuckstücken der Gärten zählt z.B. der Italienische Garten. Bei gutem Wetter und entsprechender Sicht rundet dann noch der Sugar Loaf, ein etwa 500 m hoher „Berg“, das Panorama ab.

Italienische Gärten und der Sugar Loaf © Powerscourt Estate

Italienische Gärten und der Sugar Loaf © Powerscourt Estate

Die Gärten haben aber noch viele weitere Highlights zu bieten, wie etwa den Japanischen Garten oder auch den Tierfriedhof, auf dem neben Kuscheltieren wie den Schoßhündchen der Gutsbesitzer sogar Kühe und Pferde ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Ebenfalls sehr sehenswert ist das Arboretum, die gewaltige Sammlung zum Teil recht exotischer Bäume aus aller Herren Länder. Jeder einzelne Baum ist mit einem Schildchen versehen, sodass man auch wirklich genau weiß, welche beeindruckende Kreation der Natur man genau vor sich hat.

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    Triton See © Powerscourt Estate

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    Japanische Gärten © Powerscourt Estate

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    Arboretum von Powerscourt Gardens

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    Tierfriedhof in Powerscourt Gardens

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    Grab für 2 Kühe am Tierfriedhof

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    Venezianisches Tor – Powerscourt Gardens

Anreise

Die gute Nachricht gleich zu Beginn: Um Powerscourt Estate zu besichtigen, braucht man kein Mietauto. Mit den Bussen 44 und 185 kann man von Dublin aus öffentlich ins Dorf Enniskerry gelangen, von wo aus man noch einen etwa 25-minütigen Fußmarsch zum Anwesen vor sich hat.

Powerscourt Wegweiser

Die Buslinie 44 ist besonders zu empfehlen, da sie an vielen zentralen und gut erreichbaren Stellen in Dublin hält, z.B. in der belebten O’Connell Street, die als Verkehrsknotenpunkt im Bussystem fungiert. Wer bislang nur das Stadtzentrum von Dublin kannte, dem wird sich bereits bei der Anreise mit dem Bus offenbaren, warum Irland den Beinamen „grüne Insel“ trägt.
Tipp: Im zweistöckigen Bus oben in die allererste Reihe setzen und die Aussicht – inklusive gelegentlich gegen die Scheibe knallende Ästen – genießen 😉

Weg nach Enniskerry

Mit gerade einmal € 8,50 für Erwachsene ist der Eintritt absolut erschwinglich – und für sein Geld bekommt man auf jeden Fall so Einiges geboten. Somit bleibt auch genug Geld übrig, um sich nach einem ausgiebigen Rundgang am Gelände im Avoca Terrace Café einen Afternoon Tea zu gönnen – für mich einfach purer Genuss!

Übrigens: Zum Estate gehört mittlerweile auch ein Golfclub mit zwei Plätzen, die zu den besten Irlands zählen. Und seit einigen Jahren hat man auch die Möglichkeit, hier ganz stilvoll zu nächtigen, im atemberaubend schönen Powerscourt Hotel (5* Ultra-Luxus, versteht sich wohl von selbst, oder?). Mit Preisen um die € 300/Nacht zwar kein Schnäppchen, aber vielleicht genau das Richtige für einen ganz besonderen Anlass 😉

An dieser Stelle bleibt mir nur noch zu sagen: Céad míle fáilte – a hundred thousand welcomes!

Weitere Informationen unter: http://powerscourt.com/

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